Warum fressen Katzen Gras? Das sagt die Forschung
Von Dalia · Zuletzt geprüft: 30. Sept. 2026

Katzen sind Fleischfresser. Da staunt man schon, wenn sie plötzlich wie kleine Kühe am Gras kauen. „Warum fressen Katzen Gras?“ gehört zu den häufigsten Katzenfragen bei Google – und tatsächlich hat sich auch die Wissenschaft damit beschäftigt.
Was die Forschung herausgefunden hat
Forschende der University of California, Davis (Hart und Kollegen) befragten Katzenhalter, die ihre Katzen täglich eine Zeit lang beobachteten. Unter den 1.021 Befragten zeigte sich:
- 71% der Katzen waren mindestens sechsmal in ihrem Leben beim Pflanzenfressen beobachtet worden. Nur etwa 11% hatte man noch nie dabei gesehen.
- In etwa 91% der Fälle wirkten die Katzen vor dem Pflanzenfressen völlig unauffällig: keine Anzeichen einer Erkrankung.
- Etwa ein Viertel der Katzen (27%) erbrach laut den Angaben danach häufig.
- Junge Katzen fraßen häufiger Pflanzen, erbrachen aber seltener.
Mit anderen Worten: Katzen fressen normalerweise nicht deshalb Gras, weil ihnen schlecht ist. Und Grasfressen führt auch nicht immer zum Erbrechen.
Warum machen sie es dann?
Die wichtigste Theorie geht von einem angeborenen Instinkt aus. Wild lebende Katzen verschlucken mit ihrer Beute Haare, Federn und Knochen und tragen oft Darmparasiten in sich. Grasfressen regt die Muskelaktivität im Darm an. Das könnte helfen, unerwünschtes Material und manche Parasiten weiterzubefördern oder auszuscheiden. Auch im Magen und im Kot wild lebender Katzen wurden Pflanzenreste gefunden.
Eine verwandte Erklärung ist die Haarballen-Hypothese: Gras könnte Katzen helfen, verschluckte Haare hochzuwürgen oder mit dem Kot auszuscheiden. Dazu passt, dass langhaarige Katzen mehr Haare verschlucken. (Regelmäßiges Bürsten hilft ebenfalls: Lies dazu, warum Bürsten wichtig ist.)
Und manche Katzen mögen vermutlich einfach den Geschmack und das Gefühl beim Kauen.
So bietest du Gras sicher an
- Zieh Katzengras (meist Weizen-, Hafer- oder Gerstengras) in einem Topf in der Wohnung. Das ist günstig, unbedenklich und bei vielen Katzen heiß begehrt.
- Meide behandelte Rasenflächen: Pestizide und Dünger können schädlich sein.
- Kenne deine Pflanzen. Viele verbreitete Zimmer- und Gartenpflanzen sind für Katzen giftig, manche sogar hochgiftig – darunter Lilien, Oleander und Sagopalmen. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber über Pflanzen, die Katzen vergiften können.
- Wenn mehrere Katzen bei dir leben, stell mehr als einen Topf auf, damit niemand darum konkurrieren muss.
Wann du zum Tierarzt solltest
Gelegentlich Gras zu fressen und sich danach hin und wieder zu übergeben, ist normal. Geh mit deiner Katze zum Tierarzt, wenn sie:
- häufig erbricht, auch ohne Gras gefressen zu haben (siehe IBD bei Katzen)
- plötzlich große Mengen Pflanzen oder andere Dinge frisst, die kein Futter sind
- Durchfall hat, Gewicht verliert, auffällig schlapp ist oder wenig Appetit hat
- möglicherweise eine giftige Pflanze gefressen hat (geh sofort zum Tierarzt und nimm die Pflanze mit)
Häufige Fragen
Ist es normal, dass Katzen Gras fressen?
Ja. Bei einer Befragung der UC Davis waren 71% der Katzen mindestens sechsmal beim Pflanzenfressen beobachtet worden. Die meisten zeigten vorher keine Anzeichen einer Erkrankung.
Warum erbricht meine Katze nach dem Grasfressen?
Etwa ein Viertel der Katzen in der Studie erbrach häufig nach dem Pflanzenfressen. Gras könnte Katzen helfen, Haare oder anderes unverdauliches Material hochzuwürgen.
Sollte ich meine Katze vom Grasfressen abhalten?
Das ist nicht nötig, solange das Gras unbedenklich ist. Biete ihr drinnen Katzengras an und halte sie von behandelten Rasenflächen und giftigen Pflanzen fern.
Wann sollte ich mir wegen des Grasfressens Sorgen machen?
Wenn deine Katze häufig erbricht, große Mengen Pflanzen oder andere Dinge frisst, die kein Futter sind, Gewicht verliert, Durchfall hat oder auffällig schlapp ist, geh mit ihr zum Tierarzt.
Quellen
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