10 Pflanzen, die Katzen vergiften können – und die gefährlichste von allen
Von Dalia · Zuletzt geprüft: 29. Sept. 2026

Film auf Englisch – vollständiges Transkript weiter unten
Lies die Geschichte
Seine Majestät liebt Gärten. Leider beruht das nicht bei jedem Garten auf Gegenseitigkeit. Hier sind zehn Pflanzen, die bei Katzen schwere Vergiftungen auslösen können.
Zehn: Kalanchoe. Eine fröhlich bunte Zimmerpflanze, die Magenprobleme verursachen und in größeren Mengen auch dem Herzen zusetzen kann.
Neun: Tulpen, Hyazinthen und Narzissen. Besonders die Zwiebeln. Buddeln ist kein Hobby, Eure Majestät.
Acht: Azaleen und Rhododendren. Hübsch. Giftig. Weiter geht’s.
Sieben: Herbstzeitlose. Sie kann Darm, Leber und Nieren schädigen.
Sechs: Eibe. In Hecken und Parks zu finden. Ihre Blätter und Samen können einen Herzstillstand auslösen.
Fünf: Maiglöckchen. Kleine Glöckchen. Große Gefahr fürs Herz.
Vier: Fingerhut. Wunderschöne Blütentürme – und eine der giftigsten Pflanzen für Haustiere.
Drei: Sagopalme. In mediterranen Gärten sehr beliebt. Sie greift die Leber an.
Zwei: Oleander. Er säumt die Hälfte aller Straßen in Spanien, und jeder Teil von ihm ist giftig.
Und auf Platz eins: Lilien. Für Katzen die gefährlichsten Blumen überhaupt. Ein angeknabbertes Blatt, ein bisschen Blütenstaub, der vom Fell geleckt wird, sogar das Wasser aus der Vase können Nierenversagen auslösen.
Wenn du vermutest, dass deine Katze an einer dieser Pflanzen geknabbert oder sie berührt hat, warte nicht auf Symptome. Geh sofort zum Tierarzt und nimm die Pflanze mit.
Lust auf etwas Grün? Probier’s mit katzensicheren Pflanzen wie Grünlilien und Schwertfarnen. Seine Majestät ist einverstanden. Vor allem, wenn sich darunter ein Nickerchen machen lässt.
Katzen knabbern an Pflanzen. Manche aus Neugier, manche aus Langeweile, manche, weil sich ein Blatt bewegt hat und es offenbar nicht anders verdient. Die meisten Pflanzen sind harmlos, einige aber wirklich gefährlich. Darunter sind auch Pflanzen, die an Spaniens Straßen und in den Gärten besonders häufig wachsen. Schau dir den kurzen Film oben an und geh dann mit diesem Ratgeber dein Zuhause, deinen Balkon und deinen Garten durch.
Nummer eins: Lilien, die tödlichsten Blumen für Katzen
Wenn du dir nur eine Sache merkst, dann diese: Lilien und Katzen gehören niemals in denselben Haushalt.
Echte Lilien (Lilium: Osterlilien, Asiatische und Orientalische Lilien, Stargazer-Lilien und Tigerlilien) und Taglilien (Hemerocallis) sind für Katzen extrem giftig. Jeder Teil der Pflanze ist gefährlich: Blütenblätter, Blätter, Stängel, Pollen und sogar das Wasser in der Vase. Schon wenn eine Katze Pollen vom Fell leckt, kann sie sich vergiften. Weniger als ein einziges gefressenes Blatt kann innerhalb weniger Tage Nierenversagen auslösen.
- Auch pollenfreie Lilien sind gefährlich. Die ganze Pflanze ist giftig, nicht nur der Pollen.
- Jede Stunde zählt. Die Behandlung hat die besten Aussichten, wenn sie innerhalb weniger Stunden beginnt – lange bevor die Katze krank wirkt.
- Prüfe Blumensträuße. Lilien stecken sehr oft in gekauften Sträußen und Blumengeschenken. Bekommst du Lilien geschenkt, ziehen sie in einen katzenfreien Haushalt weiter.
Andere Pflanzen, die im Englischen ebenfalls „Lilie“ heißen, etwa Einblatt und Calla, verursachen kein Nierenversagen. Sie können aber Maul und Magen reizen. Beim Maiglöckchen sieht die Sache ganz anders aus (siehe unten).
Neun weitere Pflanzen, die nicht in Katzenreichweite gehören
Oleander
Oleander (Nerium oleander) säumt in ganz Spanien Straßen, Kreisverkehre und Gärten. Alle Pflanzenteile sind giftig. Er enthält Herzglykoside, also Stoffe, die den Herzrhythmus stören, und kann heftiges Erbrechen, einen langsamen Herzschlag und den Tod verursachen. Wenn deine Katze Freigang hat, solltest du wissen, wo die nächsten Oleander wachsen.
Palmfarn
Der Palmfarn (Cycas revoluta) ist in mediterranen Gärten und auf Terrassen sehr beliebt. Er ist keine echte Palme, und alle Teile sind giftig, besonders die Samen. Er greift die Leber an und kann selbst mit Behandlung tödlich sein.
Fingerhut
Hohe Blütenstände voller violetter, rosa oder weißer Glöckchen: Fingerhut enthält starke Herzgifte und gilt als eine der giftigsten Pflanzen seiner Art.
Maiglöckchen
Hübsche weiße Glöckchen, beliebt in Frühlingssträußen und Hochzeitsfloristik – und gefährlich: Maiglöckchen enthalten Herzgifte, die Erbrechen, einen langsamen Herzschlag, schwere Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle auslösen können.
Eibe
Eine häufige immergrüne Pflanze in Hecken, Parks und auf Friedhöfen. Die Nadeln und der Samen im Inneren der roten Beere sind giftig und können Herzversagen verursachen.
Herbstzeitlose
Diese spät blühende Knollenpflanze kann heftiges Erbrechen, Darmblutungen, Leber- und Nierenschäden sowie Atemversagen verursachen. Verwechsle sie nicht mit harmlosen Frühlingskrokussen: Wenn du nicht sicher bist, welche Pflanze du vor dir hast, halte sie von deiner Katze fern.
Azaleen und Rhododendren
Wunderschön, beliebt und giftig: Sie können Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Schwäche und Herzprobleme auslösen.
Tulpen, Hyazinthen und Narzissen
Die Blüten sind gefährlich, doch die Zwiebeln sind der giftigste Teil. Sie können heftiges Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen verursachen. Narzissen können außerdem das Herz schädigen. Bewahre die Zwiebeln außer Reichweite auf und behalte Katzen im Auge, die gern buddeln.
Kalanchoe
Eine sehr verbreitete Zimmerpflanze, die mit kleinen, leuchtenden Blüten gute Laune macht. Meist verursacht sie Magenbeschwerden, größere Mengen können aber das Herz schädigen.
Anzeichen für eine mögliche Vergiftung deiner Katze
Die Symptome hängen von der Pflanze ab. Dazu können gehören:
- Speicheln, mit der Pfote am Maul reiben, Erbrechen oder Durchfall
- Futterverweigerung, Verstecken, ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche
- mehr trinken und mehr Urin absetzen – oder deutlich weniger (Lilien)
- ein sehr langsamer oder unregelmäßiger Herzschlag, unsicherer Gang, Zittern oder Krampfanfälle (Pflanzen mit Herzgiften)
Manche Katzen wirken anfangs völlig normal. Bei Lilien, Oleander, Palmfarn, Fingerhut, Maiglöckchen und Eibe darfst du niemals auf Symptome warten.
Was du sofort tun solltest
- Geh sofort zu deinem Tierarzt oder in die nächste Tierklinik mit 24-Stunden-Notdienst.
- Nimm die Pflanze mit, oder zumindest ein gut erkennbares Foto und das Pflanzenetikett. Die Pflanze richtig zu bestimmen, spart Zeit.
- Sag dem Tierarzt, was deine Katze gefressen oder berührt hat, wie viel und wann.
- Wenn Lilienpollen am Fell deiner Katze haften, hindere sie daran, sie abzulecken, und sag deinem Tierarzt Bescheid.
- Versuche zu Hause nicht, deine Katze zum Erbrechen zu bringen, außer dein Tierarzt weist dich dazu an.
Ungiftiges Grün für deinen Katzenhaushalt
Du musst nicht auf Pflanzen verzichten. Diese beliebten Pflanzen werden von der ASPCA als ungiftig für Katzen eingestuft:
- Grünlilie (Chlorophytum comosum), die viele Katzen heiß und innig lieben
- Schwertfarn (Nephrolepis exaltata). Achtung: Zierspargel ist kein echter Farn und ist giftig
- Goldfruchtpalme (Dypsis lutescens) und Bergpalme
- Calathea (Gebetspflanze)
- Katzengras, eigens zum Knabbern gezogen
„Ungiftig“ heißt nicht giftig – nicht, dass die Pflanze als Futter gedacht ist. Eine Katze, die einen ganzen Farn verspeist, kann trotzdem erbrechen. Prüfe außerdem immer den botanischen Namen auf dem Etikett, denn gebräuchliche Pflanzennamen können irreführend sein.
Seine Majestät hat den Schwertfarn persönlich getestet. Urteil: hervorragend zum Dösen.
Häufige Fragen
Sind alle Lilien für Katzen gefährlich?
Echte Lilien (Lilium) und Taglilien (Hemerocallis) können tödliches Nierenversagen auslösen – selbst Pollen oder Vasenwasser reichen dafür aus. Einblatt und Calla schädigen die Nieren nicht, können aber Maul und Magen reizen. Maiglöckchen sind keine echten Lilien, enthalten jedoch Herzgifte und sind sehr gefährlich.
Sind pollenfreie Lilien für Katzen unbedenklich?
Nein. Jeder Teil der Lilie ist giftig, nicht nur der Pollen. Deshalb sind auch pollenfreie Lilien gefährlich.
Meine Katze hat Freigang, und an der Straße wächst Oleander. Was soll ich tun?
Die meisten Katzen fressen keinen Oleander. Trotzdem sind alle Pflanzenteile giftig, deshalb solltest du wissen, wo er in deiner Nähe wächst. Wenn du siehst, dass deine Katze daran knabbert, oder wenn dir Erbrechen, Speicheln oder Schwäche auffallen, geh sofort zum Tierarzt.
Wie schnell zeigen sich Symptome einer Pflanzenvergiftung?
Das ist unterschiedlich. Manche Pflanzen verursachen innerhalb weniger Stunden Speicheln oder Erbrechen. Eine Lilienvergiftung kann anfangs mild wirken und innerhalb weniger Tage zu Nierenversagen führen. Deshalb solltest du schon bei Verdacht auf Kontakt mit einer giftigen Pflanze zum Tierarzt gehen.
Welche Zimmerpflanzen sind für Katzen unbedenklich?
Die ASPCA führt Grünlilien, Schwertfarne, Goldfrucht- und Bergpalmen sowie Calatheas als ungiftig für Katzen auf. Auch Katzengras ist eine gute Wahl. Ungiftig heißt nicht essbar: Größere Mengen können trotzdem Magenbeschwerden verursachen.
Quellen
- Lily poisoning in cats — International Cat Care
- Lovely lilies and curious cats: a dangerous combination — U.S. FDA
- Lily toxicity in cats — UC Davis School of Veterinary Medicine
- Top poisonous plants to pets — Pet Poison Helpline
- Houseplants and ornamentals toxic to animals — Merck Veterinary Manual
- Toxic and non-toxic plant list: cats — ASPCA
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